Veranstaltungen und aktuelle Informationen
Dr. Beate Braun-Niehr und Prof. Dr. Klaus Niehr erläutern den Inhalt des von ihnen entdeckten Pergaments.
Mittelalterlicher Nekrolog aus Briester Bibliothek kehrt nach Magdeburg zurück
Ein besonderes Ereignis stand am Donnerstag auf dem Rittergut an. Hausherrin Maren von Bismarck übergab im Rahmen einer Feierstunde einen Nekrolog an das Landesarchiv Sachsen-Anhalt.
In einem der ältesten Bände der humanistischen Hausbibliothek entdeckte im Jahr 2018 das Kunsthistorikerehepaar Dr. Beate Braun-Niehr und Prof. Dr. Klaus Niehr ein eingelegtes Pergamentblatt, das sich als Teil eines mittelalterlichen Anniversars entpuppte - eines Gedenkbuchs, in dem man Wohltäter eines Klosters oder Stifts notierte, um an deren Todestag für deren Seelenheil zu beten und Totenmessen zu zelebrieren.
Um das Rätsel um den Entstehungsort des Dokuments zu lösen und seine historische Bedeutung einordnen zu können, musste das Blatt zunächst restauriert und fotografisch dokumentiert werden. Professionelle Unterstützung erhielten die beiden Kunsthistoriker dabei durch Professorin Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz.
Erste Erkenntnisse der akribischen Forschungsarbeit ergaben: Das Pergamentblatt war Teil eines zu Beginn des 14. Jahrhunderts angelegten Anniversars des Magdeburger Nikolaistifts. Es entstand in einer für das Stift einschneidenden Zeit, als nämlich sein Standort unmittelbar vor der Westfassade des Magdeburger Doms an einen Platz auf der nördlichen Seite des Domplatzes verlegt werden musste. In dieser bedeutungsvollen Phase sollte das Memorienbuch offensichtlich dazu dienen, die historische Kontinuität des Stifts zu sichern und auch dessen materielle Förderung durch Stifter und Schenker nicht abreißen zu lassen. Die Existenz des Buchs war zwar bekannt, doch es galt als verloren. Mit dem Fund aus der Briester Bibliothek konnte nun eine Doppelseite des Memorienbuches ermittelt werden.
Beate Braun-Niehr und Klaus Niehr haben ihre Forschungen mittlerweile abgeschlossen und 2026 im Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt publiziert.
Für Maren von Bismarck als Eigentümerin von Briest und damit auch des Pergaments stand fest: Das mittelalterliche Dokument soll an seinen Ursprungsort zurückkehren und dem Landesarchiv Sachsen-Anhalt als Geschenk übergeben werden. „Mir ist es wichtig, dass dieses bedeutende Zeugnis der mittelalterlichen Geschichte Magdeburgs auf Dauer sicher und fachgerecht verwahrt wird und so auch künftigen Generationen für weitere Forschungen zur Verfügung steht“, begründet sie ihren Entschluss. Am 16. Juli besiegelten sie und der Leiter des Landesarchivs, Dr. Ralf Lusiardi, mit ihren Unterschriften die Heimkehr des historischen Schatzes.
Maren von Bismarck unterzeichnet die Schenkungsurkunde, die die Übergabe des historischen Schatzes an das Landesarchiv besiegelt. Dessen Leiter, Dr. Ralf Lusiardi, bedankt sich herzlich.
Mit großem Interesse verfolgen die Teilnehmer der festlichen Übergabeveranstaltung im Ahnensaal des Briester Ritterguts die Ausführungen der beiden Kunsthistoriker.
Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur zu Besuch
Auf Entdeckungstour durch die Altmark hatte sich am Samstagnachmittag der Landesverband Sachsen-Anhalt der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst (DGGL) und Landschaftskultur begeben. Bei hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke hatte der Ausflug die Gutsparks Schönhausen und Briest sowie den Tangerhütter Stadtpark zum Ziel. Die elf Vereinsmitglieder aus Halle wurden auf dem Rittergut Briest vom Vorsitzenden des Fördervereins Günter Knüppel begrüßt und durch das Ensemble geführt.
Die DGGL widmet sich der Förderung der Gartenkunst und Landschaftskultur in den Bereichen Naturschutz, Landschaftspflege, Freiraumentwicklung und Landschaftsarchitektur zur nachhaltigen Sicherung einer lebenswerten räumlichen Umwelt. Der Verein beteiligt sich auch an verschieden Projekten, darunter das Initiativbündnis Historische Gärten im Klimawandel.
Von besonderem Interesse während der Führung war der Briester Landschaftsgarten im englischen Stil, der 1849 durch den hannoverschen Königlichen Garteninspektor Christian Schaumburg im Auftrag von Wilhelm August von Bismarck angelegt wurde. Der malerische Park mit seine Eichen-, Hainbuchen und Kiefernwäldern hat Bezüge zur heimischen Feld- und Waldflur.
Sehenswert für die Gäste aus Halle waren die Reste der Wölbäcker, die noch heute gut zu erkennen sind. Günter Knüppel erläuterte zudem anschaulich die Bewirtschaftung der Waldflächen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes. Viele Frage der Besucher gab es auch zur Architektur der Gebäude des Ritterguts.
Nach einer kleinen Erfrischung im Herrenhaus ging es dann nach anderthalb Stunden weiter in den Tangerhütter Park, der wie die Briester Anlage zu den Gartenträume-Parks in Sachsen Anhalt gehört.
Ostdeutscher Schlössertag 2026
Am Pfingstwochenende am 24. und 25. Mai konnten wir auf dem Rittergut Briest zahlreiche Besucher begrüßen. Höhepunkt am Sonntag war der Konzertnachmittag mit dem Monti-Quartett aus Magdeburg. Die Freunde klassischer Musik waren vom Können der vier Musiker begeistert. Die Gutskapelle war eigens zum Konzert mit frischem Gründ und Blütenschmuck dekoriert. Zum musikalischen Genuss trug nicht zuletzt die ausgezeichnete Akustik des historischen Gebäudes aus dem Jahr 1599 bei.
Bereits in den Mittagsstunden war das Brauhaus Gastgeber für ein Familientreffen in gemütlicher Runde. Die per Bus angereisten Teilnehmer waren begeistert vom Ambiente des Hauses und genossen das Mittagessen. Eine Führung durch das Herrenhaus und den Landschaftspark mit anschließender Kaffeetafel rundete den Besuch ab.
Am Pfingstmontag zog es eine Vielzahl an Besuchern anlässlich des Ostdeutschen Schlössertages nach Briest. Der Parkplatz vor dem Brauhaus war meist voll ausgelastet. Sogar aus Hamburg, Neustadt Dosse, Berlin sowie aus zahlreichen Orten aus Sachsen-Anhalt kamen die geschichtsinteressierten Gäste, um sich ein Bild vom bisher Geschaffenen in Herrenhaus, Brauhaus und Park zu machen. Das Interesse an den angebotenen Führungen mit Hausherrin Maren von Bismarck und dem Vorsitzenden des Fördervereins, Günter Knüppel, war sehr groß. Zur Stärkung bei Kaffee und Kuchen hatte das Café am See wurde im Brauhaus geöffnet.
Allen fleißigen Helfern, die zum Gelingen der beiden Tage beigetragen haben, sagen der Förderverein und die Familie von Bismarck herzlich Danke!
Veranstaltungskalender 2026
Sonntag, 24. Mai, Pfingsten:
16 Uhr, Konzert mit dem „Monti-Quartett“ in der Gutskapelle (Eintritt 25 Euro)
Café am See zur Veranstaltung geöffnet
Montag, 25. Mai, Pfingsten, „Schlössertag 2026“:
11 bis 17 Uhr, Führungen Gutshof Briest mit Herrenhaus, Park, Brauhaus und Kapelle
Café am See geöffnet
Samstag, 13. Juni, „Rendezvous im Gartentraum“:
11 bis 15 Uhr, Picknick im Gartenträume-Park
Café am See geöffnet
Sonntag, 13. September, „Tag des offenen Denkmals“:
11 bis 13 Uhr, Führungen Gutshof Briest mit Herrenhaus, Park, Brauhaus und Kapelle
16 Uhr, Konzert mit dem „Duo 51“ in der Gutskapelle (Eintritt frei)
Café am See geöffnet
Sonntag, 11.Oktober:
11 Uhr, Mitgliederversammlung Förderverein Briest
14 Uhr, Konzert mit „Monti-Trio“ im Ahnensaal des Herrenhauses (Eintritt 25 Euro)
15.30 Uhr, „Come together“ mit Buffet im Herrenhaus
Sonntag, 18.Oktober, 31. Musikfest Altmark:
16.00 Uhr, Konzert „Zwischen Nacht und Licht, ein Abend für Streichtrio und Poesie“ im Brauhaus mit dem Bergischen Streichtrio (Eintritt 25 Euro)
Café am See geöffnet
Für die hier angebotenen Führungen auf dem Rittergut Briest wird kein Eintritt erhoben. Es wird um eine Spende zum Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles gebeten.
Kartenreservierung für die Konzerte:
Offene Türen beim "Schlössertag 2026" am 25. Mai
Zum Ostdeutschen Schlössertag lädt der Förderverein Briest (Tangerhütte) am Pfingstmontag, 25. Mai, herzlich auf das Rittergut ein. Der Tag steht in diesem Jahr „Im Zeichen der Pfingstrose“. Genau wie diese erblühen die historischen Häuser nach einen Schönheitsschlaf über den Winter zu Pfingsten wieder und öffnen sich, um mit ihrer Anmut und Pracht die Besucher zu begeistern.
Es gibt aber noch weitere Parallelen zwischen der schönen Blume und den privaten ehrwürdigen Denkmalen. So können Pfingstrosen bis zu einem Jahrhundert alt werden. Damit zählen sie zu den Blumen mit höchsten Lebenserwartungen.
Auch die zu Pfingsten für Besucher geöffneten Häuser sind oft viele Jahrhunderte alt und fester Bestandteil der jeweiligen Landesgeschichte.
Die Schirmherrschaft für diesen besonderen ostdeutschen Schlössertag hat der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow, übernommen. In seiner zehnjährigen Amtszeit als Ministerpräsident des Freistaates Thüringen war ihm die Kulturlandschaft mit ihren zahlreichen Burgen und Schlössern, aber auch den historischen Gutsanlagen auf dem Lande ein aufrichtiges Anliegen.
Neben dem Herrenhaus mit den restaurierten Räumen im Erdgeschoss und der humanistischen Bibliothek lädt der im englischen Stil im Jahr 1849 entstandene Park zu einem Rundgang ein. Sehenswert ist auch das barocke Brauhaus. Das Gebäude mit Mansardendach, das 1624 aus Feldbrandziegeln errichtet wurde, erstrahlt nach aufwendiger Restaurierung in neuem Glanz. Mit seinem rustikalen Ambiente kann es inzwischen für Feste und Feiern genutzt werden.
Die Besucher des Schlössertags sind in Briest von 11 bis 17 Uhr herzlich willkommen, informiert der Förderverein. Führungen werden ab 13 Uhr angeboten. Das Café am See lädt bei Kaffee und Kuchen zum Verweilen ein.
Konzertnachmittag am 24. Mai
Liebhaber klassischer Musik sollten sich den Pfingstsonntag, 24. Mai, vormerken. Dann lädt der Förderverein Briest (Tangerhütte) um 16 Uhr zu einem Konzertnachmittag in die Kapelle des Ritterguts Briest ein. Zu Gast ist das „Monti-Quartett“ aus Magdeburg mit Marco Reiss (Violine), Manfred Preis (Klarinette), Burkhard Bauche (Klavier) und Wolfram Wessel (Kontrabass).
Das Ensemble entstand vor über zehn Jahren aus langer vertrauter Freundschaft der Musiker, die mit viel guter Laune und Humor miteinander musizieren. Namensgeber ist der italienische Geiger, Komponist und Dirigent Vittorio Monti (1868-1922). Er schrieb einige Ballette und Operetten. Berühmt wurde er durch seinen schwungvollen „Csárdás“, ein bei Musikern und Publikum gleichermaßen beliebtes Stück.
Das Quartett spielt Werke von Bach, Vivaldi und Mendelssohn Bartholdy.
Karten zum Preis von 25 Euro können per Mail unter [email protected] sowie [email protected] vorbestellt sowie an der Kasse vor der Veranstaltung erworben werden.

